Schietwetter auf dem Weg von Alesund nach Thyboröen

Beim Anflug auf Oslo werden wir mit der Ankündigung von 5° C und Nebel begrüßt. Nach der Landung um 10:00 Uhr klart es schnell auf. Wir verbringen ein paar sonnige Stunden in Oslo, fahren am Nachmittag zu viert weiter nach Alesund und errreichen kurz vor Mitternacht die Luna. Der erste Tag auf See ist angenehm ruhig und sonnig. Wir ärgern uns nicht, dass der Wind zum segeln zu schwach ist und genießen den warmen Tag. Unter Motor runden wir das gefürchtete Stadlandet, können noch etwas segeln und erreichen mit Einbruch der Dunkelheit Silda, eine nette kleine Insel mit ein paar Häusern und Schwimmsteg.

Stadlandet

Stadlandet

Sonntag erreichen wir Florö und sind abends zu Gast bei Ole, Kenneth, Tordis, Gro und Per von der “No 7″. Die No. 7 war bei der Russland-Etappe dabei und wir hatten uns beim Abschied in Archangelsk locker verabredet. Wir werden bestens bewirtet und tauschen unsere Erlebnisse aus.
Mit der Abendsfähre kommt Mirko an und wir setzen unsere Reise zu fünft fort. Die nächsten 2 Tage sind mühseelig, Wind aus Süd, viel Regen. Soweit es geht kreuzen wir unter Segeln. Jede Meile wird erkämpft.

nasse Arbeitsbedingungen an Deck...

Dienstag Abend erreichen wir Fedje. Ein netter Ort mit Fähranleger, aber wieder ist nichts los. Nach einem kurzen Spaziergang kochen wir an Bord, genießen einen Schluck Wein und fallen müde in die Kojen. Jörg ist leider etwas krank und beschließt am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Schade, aber verständlich, da die nächsten Tage ohnehin wieder anstrengend sein werden. Wieder zu viert legen wir mittags ab und kämpfen ewig mit Wind aus Süd und heftigen Regenschauern. Wir studieren grib-files und die Vorhersagen vom norwegischen Wetterdienst yr.no. Vor der Küste hängt noch ein Tief dass für den kräftigen Wind aus Süd sorgt. Für die Seegebiete weiter nördlich werden Starkwind- und Sturmwarnungen heraus gegeben. Um acht Uhr verlassen wir mit den letzten Resten des Tageslichts das mehr oder weniger geschützte Innenfahrwasser. Unser Plan ist mit dem letzten Südwind raus zu fahren, zunächst Richtung Westen. Sobald der Wind dreht wollen wir aud Südkurs gehen. Das klappt dann auch so halbwegs, aber der Wind frischt in kräftigen Regen- und Hagelschauern auf 7 Bft. auf und dreht erst viel später als angesagt. Wir kreuzen fast auf der Stelle. Gegen zwei Uhr früh endlich können wir Kurs süd laufen. Langsam läßt der Regen nach und es klart auf. Der Mond leuchtet und so ist nicht wirklich dunkel. Donnerstag haben wir endlich gutes Wetter, Sonne, nur wenig Regen und Wind aus West. Wir reffen Stück für Stück aus und passieren gleich Utsira, ein paar Felseninseln vor Stavanger. Wenn es weiterhin gut läuft werden wir Freitag Nacht oder Samstag früh Thyboröen in Dänemark ereichen. Crewwechsel ist dann Samstag Abend irgendwo im Limfjord.

One thought on “Schietwetter auf dem Weg von Alesund nach Thyboröen

  1. :-) “jede Meile wird mühsam erkämpft”, Glückwunsch, Ihr wart sicher zäh, um so weit zu kommen,
    …und dann geht es mit Volldampf nach Hause…

    viele Grüße

    Thomas