Lofoten

Ein Hafentag in Tromsö ist nicht viel. Crewwechsel mit Überlapp. Die Einen kommen, die Anderen gehen nach und nach. Die SY Orion ist so nett und kommt zum Abendessen vorbei. Es gibt wie immer viel zu erzählen. Die Weiterfahrt dann leider wieder bei Nebel. Den wolkenfreien Himmel kann man nur erahnen. Im Rystraumen haben wir zum Glück etwas Sicht. Der zweite Teil des Wetters ist auch wieder wie üblich: Flaute bzw. ein Hauch von Wind aus nördlichen Richtungen. Ab und zu reicht er für ein paar Segelmeilen.

Ankerbucht Klauva

Schön sind unsere Ankerbuchten bisher alle. In der ersten Bucht gibt es sogar eine Mooringboje für uns und einen Schwimmsteg zum Anlanden mit dem Dinghi. Grusselige verlassene und halb verfallene Häuser und ganz viele Muscheln und Schnecken am Strand. Für die Nacht geht noch eine kleine norwegegische Segelyacht mit vier gut Zwanzigjährigen längseits. Sie bestaunen unser Schiff und wir ihres: knapp 8 m, zwei Mountenbikes, Schlauchboot, Staufässer usw. an Bord. Ich bin in Gedanken gleich bei meiner ersten Tour als Skipper, 1989, mit der ähnlich grossen Moni 4. Wir waren 6 Personen bei fünf Kojen. Und ein Zelt sowie Surfbord mit mehreren Segeln musste ja auch dabei sein. Das war immer ein hin und her räumen. Viel Spass auf wenig Raum. Jetzt fühle ich mich alt auf unserer komfortablen und geräumigen LUNA. Und auch gleich wieder jung, als die Jungschen vom Nachbarschiff sich darüber wundern, dass bis auf Niclas nur Frauen an Bord sind.

Nach zwei Nebeltagen ist das Wetter wie erhofft auf der Südseite der Lofoten endlich besser. Gestern konnten wir alle Berge um uns herum sehen, die Sonne brennt, diverse Schichten an Klamotten werden abgelegt. Im Trollfjord geht die Crew sogar baden. Die Meisten freiwillig, teils im Salzwasser, teils am Wasserfall. Da es so schön ist bleiben wir die Nacht über im Trollfjord liegen. Niclas hat mehr als genug Fisch fürs Abendessen gefangen. Der einzige Nachteil des Liegeplatzes sind die Mücken. Seit Archangelsk hatten wir keine mehr an Bord. Jetzt geniessen wir gerade die Ruhe in einer meiner Lieblingsankerbuchten auf der Ostseite von Stora Molla.
Wieder etwas nebelig, es ist aber angenehm warm. Ich sehe die Sonne zwar nicht, sie wärmt aber trotzdem mein Gesicht. Die Kids sind mit Proviant auf Landgang und sammeln hoffentlich ein paar Blaubeeren. Und wie so häufig ist es hier so schön, dass man gerne ein paar Tage bleiben würde. Und das geht nicht nur mir so.

ULI

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