Nordkap

So ein Crewwechseltag ist schnell um. Die alte Crew ist früh abgereist, Fritz ist mit dem gleichen Flieger angekommen.

Wir besichtigen die vielfältigen kulturellen Errungenschaften von Vardoe (Festung, Pomorenmuseum, kunstvolle Andenken an die Hexen), sind begeistert von den zahlreichen Graffities.

Es gibt Diesel, Wasser, Waschmaschine und ganz wichtig: Duschen.

Nachdem wir für das Leben wieder fit waren, mussten wir leider feststellen, dass die Bürgersteige und Kneipen leider wieder zugeklappt waren. So blieb uns nichts anderes übrig als die Selbstkasteiung beim Segelnähen und Rotwein.

Nachdem das Segel so rot war wie der Wein und die Naht so gezackt wie die Küstenlinie der Fjorde, sind wir sanft durch das Schaukeln der LUNA entschlummert.

Um dann um 5:00 Uhr wieder aufzustehen und dann bei schönem Wind die Naht auf die Probe zu stellen. Gnadenlos rissen wir an Fall und Schoten, um die Streckgrenze der Naht zu testen. Zahlreiche grenzwertige Wenden nagten weiterhin am Flickwerk. Ohne Erfolg, die gestrige Arbeit hatte sich bewährt. Dermaßen erleichtert holten wir das Segel wieder ein und motorten den Rest der Strecke.

Nach einem Zwischenstopp in Gamvik erreichten wir Donnertag Abend pünktlich zum Sonnenuntergang das Nordkap. Fototermin für Touris bei totaler Flaute und gigantischer Abendsonne.

Nordkap

Leider konnte danach vom zahlreich stehenden Dorsch keine Flosse gesichtet werden. Dafür opferten wir diverse Köder und Bleigewichte. Entmutigt haben wir uns später über Auberginen und Reis hergemacht.

Unsere Ankerbucht direkt hinter dem echten Nordkap ist perfekt. Nach dem Abendessen ging die Sonne wieder auf. Helga konnte trotzdem überredet werden ins Bett zu gehen.

Ankerbucht

Der nächste Morgen: Statt warmer Dusche und Sauna traut sich der überwiegende Teil der Mannschaft im 7,8 Grad kaltem Wasser zu baden.

Eingeladen durch die weißen Sandstrände der Bucht mit türkisfarbigem Wasser und imposanter Bergwelt sind wir an Land angelandet. Völlig überrascht von der Sammelwut unserer Skipperin wurden wir zwangsverpflichtet, sämtliche Fischerkugeln (und das sind nicht wenige), Treibholz, Steine, Korallen und Rentiergeweihe zu zusammenzutragen. Angeregt durch die Polarexpeditionen von Amundsen und Scott mussten auch wir, aus logistischen Gründen, sogenannte Kugellager anlegen. Erst dann durften wir zur Bergbesteigung aufbrechen, auf der wir Rentiere und Seeadler sahen. Völlig durchgeschwitzt auf der 300 Meter hohen Klippe konnten wir den Blick über das Inselarchipel genießen.

Da die Bootslast des Schlauchbootes nicht ausreichte, transportierten wir die Kugellager in zwei Fuhren auf die LUNA. Noch ist Platz auf der LUNA und sie geht nicht unter.

Bei spiegelglatter See motoren wir jetzt schon seit Stunden durch die Insellandschaft. Ziel für heute Abend Soroya. Noch können wir uns nicht zwischen den verschiedenen Ankerplätzen entscheiden.

Tageswunsch Helga “Wanderung” erfüllt, Fritz “Wale sichten” hat nicht geklappt, Uli “Dorsch angeln” könnte noch klappen, Jürgen hat seinen vergessen.

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