Ladogasee

 

Dienstag Abend kurz vor Mitternacht verlassen wir Shlisselburg. Leider ist Flaute, so motoren wir die ganze Nacht und erreichen kurz vor elf die Insel Konevez.

 

 

Wir besichtigen das Kloster und spazieren über die hübsche Insel. Dann geht es weiter nach Valaam. Ein Gewitter zieht auf. Wir werden kräftig nass aber endlich ist Wind und wir können segeln

Der nördliche Teil des Ladogasee erinnert an Skandinavien – bewaldete Felseninseln, Fjorde, Sandstrände. Im Süden war das Wasser 14° C war, auf Konevez haben Suse und ich bei 11° C gebadet und kurz vor Valaam sinkt die Wassertemperatur auf nur noch 3° C. Das Valaam-Archipel besteht aus unzähligen Inseln. Hauptattraktion ist das im 14. Jhd. Gegründete Kloster. Wir besichtigen es am nächsten Vormittag und Kyrill, unser Guide erklärt uns die Geschichte sowie die Bedeutung einiger Ikonen.

St. Petersburg – Shlisselburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitternacht in St. Petersburg, Schiff und Crew sind startklar.

Der Regen hört auf. Um 2 Uhr öffnet die erste Brücke. Die Fahrt durch Petersburg ist spektakulär. Kurz nach 5 passieren wir die letzte Brücke. Michael, unser netter Lotse und unsere Passagiere Tanja und Sergej verlassen uns. Weiter geht es den Fluss hinauf, bei 2-4 kn Gegenstrom. Sonja fährt Schlangenlinien, das liegt sicher an der heftigen Strömung. Sonnenschein vertreibt die Müdigkeit, die Passage der Stromschnellen mit 6 kn Gegenstrom klappt erstaunlich gut.

Mittags ankern wir und warten auf das Öffnen der nächsten Brücke. Dann gehen die Sorgen los: unser Kühlwasser ist übergekocht, müssen es auffüllen und die Bilge trocken legen, der tonige Boden gibt den Anker erst nach langem Kampf wieder frei. Die Fahrt zur letzten Brücke ist ein Kampf gegen die Zeit. Alle hissen zusätzlich Segel und fahren full speed, unser Motor überhitzt dadurch schon wieder. Aber wir schaffen es – und liegen nun gemütlich in Shlisselburg. Etwa länger als erwartet, denn die LEGIA hat Motorprobleme….

 

zu Hause

Ich arbeite ja wirklich gerne.

Es ist auch erfreulich zu hören wie LUNA ganz nach Plan vorankommt.

Aber: Dabei sein ist ja eigentlich alles.
Mein “zu Hause” ist unterwegs und ich sitze “daheim”.
Nach den vielen Vorbereitungen und Planungen fällt es schwer auf den Urlaubsstart zu warten.  Auf Karelien muss ich verzichten, auf die unendlichen Weiten des Nordens zum Glück nicht.

Den Reiz der hohen, nördlichen Breiten kann ich nicht beschreiben. Schlicht und klar ist es, Details werden wichtiger. Der Wunsch nach Spitzbergen das Revier wieder zu besuchen ist groß. “Die Schrecken des Eises und der Finsternis” habe ich immer noch nicht gelesen, aber viele andere Bücher, die alle neugierig machen. Und Lust machen sich mit der LUNA auf den Weg zu machen.

Luna in St. Petersburg

Luna ist sicher in St. petersburg angekommen. Die Reise kann also losgehen.

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Erstmal gabs allerdings diverse Feierlichkeiten. Hier die grosse Eroeffnungsveranstaltung. Die Teams aus Russland, Polen, Estland, Finnland und wir wurden feierlich begruesst.

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Am Abend dann das gemeinsame Essen. Die Polen lagen In Sachen Stimmung und Wodkakonsum ganz vor.

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Heute nacht gehts los. Hoffentlich wird das Wetter besser und wir haben wieder so eine schoene Nacht wie am Ankunftstag. St. petersburg um 24:00 Uhr

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Leinen los

Fehmarn versinkt in der Nacht

Über die Pfingsttage geht’s los. Um 22 Uhr legen wir in Burgstaaken (Fehmarn) ab. Das Restlicht reicht gerade noch aus, um die Fahrwassertonnen zu erkennen. Endlich segeln! Mit leichter Brise gleiten wir gen Osten. An Bord sind Björn, Eberhard, Uli und ich. Unser Plan ist einfach. Wir wollen nach Schweden. Geplant ist ein Frühstücksstopp vor dem Darß, sonst nichts. Und so machen wir es auch.

Um 10 Uhr fällt vor Ahrenshoop der Anker, wir setzen mit dem neuen Schlauchboot über und werden am Strand von Luise, Friedrich, Vivien und Jörg begrüßt. Wir frühstücken ausgiebig. Die Sonne verwöhnt uns und aller Stress ist vergessen. Der Urlaub beginnt! Nach einem Rundgang durch den Ort geht’s weiter. Mit unseren 4 Gästen an Bord segeln wir gemächlich an der Küste entland. Die Kinder verschicken Flaschenpost, ein erster Angelversuch wird gestartet. Am Nachmittag gibt’s Spargel, Kartoffeln, Landschinken und Eier. Vor Prerow an der Seebrücke setzen wir unsere Gäste wieder ab.

Ankerplatz vor Ahrenshoop

Für uns geht’s einfach weiter. In den nächsten 2 Tagen segeln und motoren wir an Rügen und Bornholm vorbei und weiter Richtung Norden. Montag früh, kurz nach Mitternacht zerreißt der Blister. Ein Teil weht am Top aus, der untere Teil fällt einfach ins Wasser. Eberhard ist gerade aufgestanden. Er hilft mir alles an Deck zu ziehen und das nasse Tuch in den Sack zu stopfen. Wir setzen die Genua und segeln weiter. Glücklichweise war kein Schiff in der Nähe, so dass wir alles treibend in Ruhe erledigen konnten. Logbucheintrag, durchatmen, nicht ärgern, einfach weiter segeln.

Montag Nachmittag legen wir nach einem heftigen Wetterumschwung in Kalmar an. Im Sund sind wir bei Sonne und herrlich achterlicher Brise 6 – 7 kn gelaufen. Dann bläst der Wind binnen Minuten mit bestimmt 7 Bft. aus Nord und die Lufttemperatur sinkt um 10 °C. Es fällt uns nicht schwer, unseren Zielhafen Pataholmen aufzugeben. Nach 3 Nächten und Tagen auf See ist es schön anzulegen und das mitgebrachte Dosenbier schmeckt und wirkt prächtig!

Abends treffen Martina und Reinhard aus Hamburg ein. Am nächsten Tag wird ausgeschlafen, noch etwas gebastelt und Übergabe gemacht. Reinhard wird die Luna mit den anderen nach St. Petersburg bringen. Uli und ich fahren über Hamburg zurück und erscheinen am Mittwoch müde, aber glücklich an unseren Arbeitsplätzen.

Vorbereitungen

Unsere rote eiserne Lady müssen wir nicht lange fragen, auch sie scheint begeistert zu sein von unseren Plänen und wird uns sicher geleiten. Geduldig lässt sie sich fit machen. Diesmal lassen wir uns von fachkundigen Händen unterstützen. Das schafft Raum, uns zunächst auf die Organisation zu konzentrieren. Bis Weihnachten sind unsere Arbeitgeber informiert und wir haben Aussicht auf lange Urlaubszeiten. Ende Januar haben wir erste Zusagen unserer Crews und legen den Törnplan grob fest. Ab März steht dann noch viel Arbeit an. Ein altes Schiff ist ein Fass ohne Boden nicht nur was die finanziellen Aufwendungen anbetrifft. Routinearbeiten und Verbesserungsideen nehmen kein Ende. Dies wollten wir schon immer mal ändern, das wäre auch noch schön, jenes muss noch unbedingt gemacht werden….  Wir basteln, schrauben, verzweifeln nahezu und werden am Ende doch noch fertig. Zumindest fast, ganz fertig wird die Luna wohl nie werden.

Wohin fahren wir da eigentlich?

Die erste Entdecklung Franz-Joseph-Lands ist vielleicht schon 1614 erfolgt, durch den englichen Polarforscher Baffin. 1865 hat der Norweger Rönnebeck ebenfalls über die Sichtung von Land dort im hohen Norden berichtet. Die offizielle Entdeckung datiert auf den 30. August 1873, durch die österreichisch-ungarische Tegetthoff-Expedition. Ende 19. und Anfang 20. Jahrhundert erfolgten dann diverse Expeditionen zur Erforschung und Vermessung der Inselgruppe.

Bewusst in Berührung gekommen (rein gedanklich) bin ich mit FJL erstmals 2007. Während unseres Spitzbergentörns las ich Christoph Ransmayers „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“. Ich war fasziniert und entsetzt zugleich. In den nächsten Jahren war ich fest davon überzeugt, dass man dort nicht hin segeln kann. Die Inseln lagen für mich unerreichbar verborgen im ewigen Eis.

Vorgeschichte

Bereits 2007 hatte mich der Gedanke an eine Skandinavienumrundung begeistert. Damals bereiteten wir uns gerade auf einen Spitzbergen-Törn vor. Ich fand es nahe liegend, die Runde fortzusetzen und von Nordnorwegen aus nach Russland, ins Weiße Meer und über den Weißmeer-Ostsee-Kanal zurück in die Ostsee zu fahren. Damals wurde daraus nichts. Russland, Karelien und das Weiße Meer haben mich seitdem nicht losgelassen. Es freut mich sehr, dass sich mit etwas Geduld dann doch alles irgendwie ergibt…

„Die Schrecken des Eises und der Finsternis“. 2007, kurz vor unserer Abreise nach Spitzbergen, bekamen wir dieses Buch geschenkt. Unterwegs habe ich diese faszinierende Erzählung über die Entdeckung von Franz-Josef-Land, über die Arktis, frühe Polarfahrten, Leid, Entbehrungen und über’s Überleben gelesen. Damals dachte ich noch, dass  diese fernen Inseln unerreichbar im ewigen Eis liegen. Ende 2010 erführ ich von einer Regatta durch Russland und nach Franz-Joseph-Land. Mein erster Gedanke war: unmöglich, da kann man nicht hin segeln! Unmöglich? Sowas relativiert sich. Letzten Sommer sind 2 Yachten dorthin gesegelt und dieses Jahr wollen wir selber hin.