Der Goldener Kompass

Die Segelkameradschaft “Das Wappen von Bremen” e.V. hat dieses Jahr unsere Reise nach Franz-Josef-Land mit dem GOLDENEN KOMPASS ausgezeichnet. Beim 76. Hochseeseglerabend im Bremer Rathaus wurden insgesamt vier Wanderpreise für Langfahrten und weitere Auszeichnungen vergeben. Es war uns eine große Freude, diesen Preis entgegenzunehmen!

Am Hochseeseglerabend haben wir mit dem weiblichen Teil der Crew und drei weiteren segelnden Freundinnen zur Verstärkung teilgenommen. Unser Crewmitglied Rolf Joachim konnte leider nicht dabei sein (seine Entschuldigung: ein Segelurlaub im Mittelmeer). Essen und Stimmung waren perfekt, auch die Reden waren interessant und kurzweilig. Wir waren erstaunt zu hören, dass für Frauen erst seit 1982 eine Mitgliedschaft in der Segelkameradschaft möglich ist. Es gibt inzwischen zwar viele aktive Seglerinnen, aber erst seit kurzem eine erste Schifferin…

Die Bremer Seglerinnen und Segler haben großes Interesse an unserer Reise gezeigt und viel gefragt. Es hat Freude gemacht, sich zu erinnern und zu erzählen. Die Bilder und Eindrücke werden noch lange in unseren Köpfen präsent sein. Allen, die Kälte und Nebel und lange Seestrecken nicht scheuen, können wir nur empfehlen, in die russiche Arktis zu segeln. Es ist etwas ganz Besonderes und es war wirklich nicht sooo kalt.

Astrid und Ulrike

 

 

LUNA zurück in Orth

Nach 110 Tagen und 6.000 sm hat die Luna am Freitag wieder in Orth fest gemacht. Unsere Scandinavienumrundung mit Arktisabstecher ist nun beendet. Luna hat alles bestens gemeistert! Ebenso die Crews, denen wir für ihre Unterstützung danken wollen – denn ohne euch könnten wir sowas nicht machen! Vielen Dank vor allem an Mirko und Reinhard, die für jeweils eine Etappe die Schiffsführung übernommen und Schiff und Crew sicher an’s Ziel gebracht haben.

 

 

Schietwetter auf dem Weg von Alesund nach Thyboröen

Beim Anflug auf Oslo werden wir mit der Ankündigung von 5° C und Nebel begrüßt. Nach der Landung um 10:00 Uhr klart es schnell auf. Wir verbringen ein paar sonnige Stunden in Oslo, fahren am Nachmittag zu viert weiter nach Alesund und errreichen kurz vor Mitternacht die Luna. Der erste Tag auf See ist angenehm ruhig und sonnig. Wir ärgern uns nicht, dass der Wind zum segeln zu schwach ist und genießen den warmen Tag. Unter Motor runden wir das gefürchtete Stadlandet, können noch etwas segeln und erreichen mit Einbruch der Dunkelheit Silda, eine nette kleine Insel mit ein paar Häusern und Schwimmsteg.

Stadlandet

Stadlandet

Sonntag erreichen wir Florö und sind abends zu Gast bei Ole, Kenneth, Tordis, Gro und Per von der “No 7″. Die No. 7 war bei der Russland-Etappe dabei und wir hatten uns beim Abschied in Archangelsk locker verabredet. Wir werden bestens bewirtet und tauschen unsere Erlebnisse aus.
Mit der Abendsfähre kommt Mirko an und wir setzen unsere Reise zu fünft fort. Die nächsten 2 Tage sind mühseelig, Wind aus Süd, viel Regen. Soweit es geht kreuzen wir unter Segeln. Jede Meile wird erkämpft.

nasse Arbeitsbedingungen an Deck...

Dienstag Abend erreichen wir Fedje. Ein netter Ort mit Fähranleger, aber wieder ist nichts los. Nach einem kurzen Spaziergang kochen wir an Bord, genießen einen Schluck Wein und fallen müde in die Kojen. Jörg ist leider etwas krank und beschließt am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Schade, aber verständlich, da die nächsten Tage ohnehin wieder anstrengend sein werden. Wieder zu viert legen wir mittags ab und kämpfen ewig mit Wind aus Süd und heftigen Regenschauern. Wir studieren grib-files und die Vorhersagen vom norwegischen Wetterdienst yr.no. Vor der Küste hängt noch ein Tief dass für den kräftigen Wind aus Süd sorgt. Für die Seegebiete weiter nördlich werden Starkwind- und Sturmwarnungen heraus gegeben. Um acht Uhr verlassen wir mit den letzten Resten des Tageslichts das mehr oder weniger geschützte Innenfahrwasser. Unser Plan ist mit dem letzten Südwind raus zu fahren, zunächst Richtung Westen. Sobald der Wind dreht wollen wir aud Südkurs gehen. Das klappt dann auch so halbwegs, aber der Wind frischt in kräftigen Regen- und Hagelschauern auf 7 Bft. auf und dreht erst viel später als angesagt. Wir kreuzen fast auf der Stelle. Gegen zwei Uhr früh endlich können wir Kurs süd laufen. Langsam läßt der Regen nach und es klart auf. Der Mond leuchtet und so ist nicht wirklich dunkel. Donnerstag haben wir endlich gutes Wetter, Sonne, nur wenig Regen und Wind aus West. Wir reffen Stück für Stück aus und passieren gleich Utsira, ein paar Felseninseln vor Stavanger. Wenn es weiterhin gut läuft werden wir Freitag Nacht oder Samstag früh Thyboröen in Dänemark ereichen. Crewwechsel ist dann Samstag Abend irgendwo im Limfjord.

Richtung Dänemark

Seit dem 29.9. ist LUNA wieder unterwegs.

Standortmeldung vom 3.10. nachmittags:  westlich Bergen mit Ziel Dänemark.

Nachdem das letzte Tief durch ist soll das Wetter ja wieder besser werden.

 

Wir haben es bis Alesund geschafft!

Alesund Airport (8 Uhr morgens)

Wir mussten früh aufstehen. Um 9:00 Uhr geht unser Flug.

Kiki hatte den nach ihrer Aussage frühesten Putzeinsatz ihres Lebens. Alle sind müde, gestern Abend haben wir lange im Cockpit gesessen und den warmen Abend genossen, direkt in der Altstadt von Alesund, die am Tage für alle ein Shoppingparadies für die gesamte Crew geliefert hat.

Die letzten Tage:

Die letzten Tage sind wie im Fluge vergangen. Von den angesagten zwei Regentagen haben wir nicht viel mitbekommen.  Statt dessen Sonne satt, T-Shirt Wetter Ende August in Mittelnorwegen. Dazu angenehme Badetemperaturen von 14°C.

Das verleitet die Crew zu einem mitternächtlichen Bad bei Meeresleuchten. Da wir an jenem Abend unseren letzten Ankerstopp vor der Wiedereingliederung in die Zivilisation genossen, war uns vollkommene Dunkelheit vergönnt, die dieses Spektakel besonders gut zur Geltung brachte.

Villa Havn ist ein Paradies, ein schmaler Sund mit steilem Ufer als natürlicher Hafen, eine Hand voll Fischerhäuser (jetzt nur noch als Ferienhäuser genutzt), eine Tranerei aus Walfangzeiten und der historische Leuchtturm, einer der ältesten Europas. Von dort oder dem 80 m hohen Inselberg hat man einen herrlichen Blick über die Inseln der Schärengruppe. Nur LUNA ist bis auf die Mastspitze von Felsen verdeckt. Eigentlich müsste man ein paar Tage hier bleiben und in Ruhe die Inseln erkunden, weiter Muscheln suchen, Angeln und alle Blau- und Preiselbeeren ernten.

Aber wir starten im Morgengrauen, es fehlt wie üblich der Wind. Die Blaubeerpfannkuchen sind dafür wieder lecker.

Flaute vor TrondheimEs wird ein langer Tag, nicht ein Windhauch stellt uns vor die Entscheidung “segeln oder nicht”. Abends erreichen wir nach 13 Stunden Motoren und 76,5 zurückgelegten Seemeilen den Trondheimfjord. Und landen am Schwimmsteg einer nach etwas veralteten Informationen kleinen Marina in reizvoller Umgebung. Ein Steg und eine Halle sowie Campingplatz sind neu dazu gekommen. Niclas und Kyara freuen sich über gute Kescherbedingungen  am Strand, Susanne entsorgt begeistert unsere Müllsammlung der letzten Tage und Kiki und Eshana genießen die heiße Dusche. Und der am Steg gesichtete etwas größere Fisch ist dann doch ein kleiner Hai! Uli badet am nächsten Morgen trotzdem.

Ablegen wieder morgens um 6 Uhr, Sonne und Flaute. Nach einer guten Stunde können wir unser Glück nicht fassen. Eine leichte Brise füllt Genua und Groß. Am Abend haben wir immerhin die Hälfte der Tagesstrecke segelnd zurückgelegt. Ab Abend ist für zwei Tage Regen angesagt. Wir machen am Schwimmsteg des geschlossenen Hotels Ringholmen fest. Im Sommer muss hier vor Kristianssund der Teufel los sein. Ein einziger Wochenendgast bewohnt noch ein Apartment. Der dunkle regenverhangene Himmel sorgt für eine gruselige Atmosphäre. Trotzdem brechen die Kids mit Taschenlampen und Begleitung zu einer Nachtwanderung auf. Im Haus ist Licht, wir erkunden fleißig und finden keine Menschenseele. Hier müssen auch wieder Trolle tätig gewesen sein. Beim “Land unter” Kartenspiel ist es in der Kajüte auch gemütlich und kaum noch gruselig.

Mitbringsel zu sammeln gibt es hier aber auch, Pinocchio, Fischerkugeln, Holzplanken (aus Platzmangel doch nicht  mitgenommen, Susanne ist vernünftig). Die große Schaukel lassen wir auch stehen.

Nach den Regenböen in der Nacht  lockert die Bewölkung wieder auf und es folgt: Flaute, was auch sonst. Nach einer Weile dann doch schöner Wind von achtern, etwas Schwell. Aber die Bedingungen sind so ruhig, dass wir die Innenfahrwasser ab Kvitholmen fahren können. Zickzackurs zwischen den Steinen. Der sich brechende Schwell erleichtert die Ortung der Steine und sieht gut aus.

SegelwindAb Bud verlassen wir dann endgültig unbewohnte Landschaften. Die Küste ist hier recht flach und entsprechend jeder Flecken besiedelt. Eine Einstimmung auf die Rückkehr ins Leben zu Hause. Susanne und Uli finden es ätzend. Die Versuchung ist groß wieder Kurs Nord zu laufen. Aber unser Flieger geht.

Kurz vor Alesund stehen dann noch einige Schwierigkeiten vor der LUNA.  Es gilt einflaches Gebiet zu durchfahren. Blöderweise sind dort gerade Arbeitsschiffe am Werk, sodass die Betonnung nicht zu sehen ist. Während die Kinder fleißig das Schlauchboot putzen, nehmen Uli und Susanne das Großsegel runter, dass nach diesem langen Törn mittlerweile vollkommen ohne Segellatten auskommen muss. Bei den Vermessungen für Ersatzteile fliegt Uli der Zollstock über Bord und es wird ein stockend eingeleitetes Mann-über-Bord-Manöver durchgeführt. Kurz darauf, nachdem der Verlorene sicher geborgen werden konnte, fällt beim Bilge putzen eine Bodenmatte über Bord. Dieser kann leider nicht mehr geholfen werden – sie sinkt. Die Bilge wird weiter vom Bier-Wasser-Dreck Gemisch gereinigt, denn die Bierdosen haben Löcher bekommen und suppen aus. Einereignisreicher Tag. Im angesteuerten Hafen vor Alesund gibt es für die LUNA keinen Platz, also fahren wir weiter in Richtung Cityhafen. Die Putzaktion findet ein jähes Ende, als wir in Alesund anlegen. Sie sollte am Dienstagnachmittag fortgesetzt werden. Bis dahin stehen diverse Shoppingtouren, Essen gehen und ausschlafen auf dem Programm. Die Disko direkt am Liegeplatz macht leider nicht auf, Winterschlaf unter der Woche.

Alesund war ursprünglich eine hauptsächlich aus Holzhäusern bestehende Stadt. 1920 ist sie fast vollständig niedergebrannt. Sie wurde mit Steinhäusern im Jugendstil wieder aufgebaut. Kaiser Friedrich Wilhelm hat die Stadt dabei unterstützt und dieAufbauhilfe ist hier immer noch in guter Erinnerung.

Trotz morgendlichem Regen laufen Uli, Kiki und die Kids bis zur Aussichtsplattform auf einem hohen Berg, während der Rest der Crew Häuser ausspioniert.

AlesundDas Wetter ist abgesehen von wenigen Regenschauern warm und sonnig. DieStraßencafes  sind bevölkert. Dienstag überschwemmt eine Ladung Kreuzfahrer fortgeschrittenen Alters die Stadt.  Das ist der wahre Grusel. Uli verschwindet den Rest des Tages zur Entspannung in der Backskisten und im Motorraum. Ruß- und Ölmaniküre  für die Pfoten muss ja auch nochmal sein. Kiki und Eshana spielen Schwestern und reichen “Tupfer”. Insgesamt erntet die LUNA an diesem Tag interessierte Blicke. Unter anderem von einem netten belgischen Segler, dessen vergessenen Fender aus Tromsö er von uns wiederbekommt – alte Bekannte also. Außerdem erhaschen wir noch Blick auf Models, die sich mit wild wehenden Haaren aufeinem Touri- Ausflugsboot in Pose stellen. Kameraleute und hoch beschäftigte Anhänger flitzen durch den gesamten Hafen.

Abends zaubert Susanne mit Trollunterstützung ein leckeres Resteessen und wir sitzennoch ewig im Cockpit, siehe oben.

 

Eshana und Uli

weiter geht’s

Montag, 20.08.
Nach dem Stop in zivilisierter Gegend kam es uns wieder gelegen, eine abgeschiedene Bucht zu besuchen. Noch dazu warteten dort alte Wikingergraeber und ein verlassenes Dorf auf uns. Für die Kids gab es Schafe – highlight eines jeden Anlegeplatzes. Im Anschluss an eine Tagestour unter Motor und Sonne wird (mal wieder) der frisch gefangene Fisch gekocht. Varianten gibt es dank Uli viele und selbst wenn es stets die selben Beilagen gäbe – für so frischen und leckeren Fisch tut man doch einiges.

Dienstag, 21.08.
Auch am nächsten Tag ist segeltechnisch nicht viel zu holen. Wetter ist wechselnd, doch je näher Broennoeysund kommt, desto klarer wird der Himmel. Nachdem wir uns durch das Fahrwasser vor der “Großstadt” manövriert haben, sind wir wie erschlagen von all den Lichtern, Geschaeften, Häusern und Leuten. Nebenbei wird bemerkt, dass dieser Stop recht gelegen kommt, denn nicht nur Diesel und Wasser müssen aufgefüllt werden, sondern auch Lebensmittel fehlen. Nachdem wir durch das Shoppingcenter geschlendert sind, starten wir einen neuerlichen Grosseinkauf. Ein Restaurant konnte auch ausfindig gemacht werden und so blieb uns der Abwasch erspart.

Mittwoch, 22.08.
Am naechsten Morgen wurde groß geduscht und klar Schiff gemacht, um nach der Ankunft der Shoppingsüchtigen bunkern zu fahren. Nach ein paar Ehrenrunden vor dem Schwimmsteg wird uns Platz zum Anlegen gemacht, doch damit sollte mit Problemen nicht genug sein. So ein Tankautomat ist dann doch wesentlich komplizierter als gedacht und so muss der Hafenmeister zu Rate gezogen werden. So kommen wir erst gegen 13:00 Uhr aus dem Hafen und nehmen Kurs auf einen recht wundersamen Berg mit fantasievoller Geschichte – Torhatten. Ein Berg wie ein Hut, mit einem Loch, hoch wie 17 Maenner… Anschliessend kann dann doch auf nur motoren verzichtet werden und wir setzten das Großsegel. Zuegig kommen wir bis zur Insel Leka voran, an der uns eine schoene Ankerbucht erwartet. Auf dem Weg passieren wir einen recht engen Sund. Alternativ zum Hauptfahrwasser, wesentlich komplizierter zu durchfahren, ein wenig nervenzehrend für die Steuerfrau und doch – lohnenswert. Eine malerische Kulisse mit fast tuerkisfarbenem Wasser und flachen, steinigen Inseln bietet sich uns bei strahlendem Sonnenschein. Angekommen bestreiten Uli, Susanne und die Kinder einen Landgang der viel mit runden Steinen zu tun hat. Während dessen probiert sich der Rest der Crew am Abendessen.

Donnerstag 23.8.
Der naechste Tag ist wesentlich mehrversprechend, denn es herrscht herrlicher Segelwind. Mit Genua und Groß strotzen wir in Richtung Villa Havn, einer Schaerengruppe. Nach einem frueh gestarteten Segeltag goennen wir uns und den Kindern einen Nachmittag an Land. Hier steht ein alter Leuchtturm, Kohlefeuer betrieben. Wir picknicken am Turm und geniessen die Aussicht.

Leuchtfeuer Villa

Susanne betont, dass sie mit mit Eshana den ueber 100 m Berg bestiegen hat. Kiki und Kyara hattenb kurz vor dem Gipfel aufgegeben. Uli und Niclas haben es erst garnicht versucht. Immer noch ist jeder Lieglatz so schoen, dass wir bleiben wollen.

von Eshana

Trollfjord und Stora Molla

Trollfjord
Dann sind wir noch in den Trollfjord gefahren und Uli hat den Bug unter einen Wasserfall gefahren. Kyara, Eshana, Mama (Kiki), Susanne und Niclas sind zum Bug gegangen und wir haben unsere Haare gewaschen. Danach haben wir an einem Steg festgemacht und Kyara und Niclas sind an Land gegangen. Kyara ist von einem Stein abgerutscht, ins Wasser gefallen und hat sich dabei das Knie angeratscht. Niclas und Mama sind auf einen Berg geklettert. Mama hat in die Spucke von einem komischen Tier gefasst und fand das dolle ekelig. Auf dem Rueckweg hat Niclas noch eine Ziege gesehen.

Mama, Eshana und Niclas haben gebadet. Niclas und Mama sind mit ihren Angeln und dem Beiboot in die Mitte des Fjordes gefahren und haben geangelt. Ploetzlich haben sie einen Delphin ganz dicht am Beiboot gesehen. Niclas hat schnell seine Angel eingeholt, da er Angst hatte, dass der Delphin an die Angel beisst. Mama hat ihre Angel ganz regungslos im Wasser gelassen. Als der Delphin wieder draussen war, hat Niclas seine Angel auch wieder ausgeworfen. Beide hatten wir ziemlich grosse Makrelen an den Angeln. Niclas Makrele hat so dolle gezogen, dass er sie fast nicht herausgezogen bekommen hat. Dann sind wir beide mit dem Beiboot zurueck zur LUNA gefahren und Uli hat die Fische umngebracht und ausgenommen.
Die Nacht haben wir im Trollfjord verbracht.

Stora Molla
Wir sind alle ausser Uli an Land gerudert. Susanne ist zu einer Ruine gegangen und Kyara, Mama, Eshane und Niclas sind einmal um die Bucht gewandert. Kyara und Niclas haben je einen Wanderstock gefunden und dann sind alle auf einen Berg geklettert. Fuer Kyara war  das Klettern schwer, fuer Niclas mit Wanderstock leicht. Oben auf dem Berg haben wir ein Picknick mit Suessigkeiten gemacht. Niclas ist beim Abstieg eine steile Klippe heruntergerutscht und hat seinen Wanderstock dabei verloren. Er hat seinen Wanderstock wiedergeholt  und der Abstieg konnte fortgesetzt werden. Dabei haben wir Moltebeeren gefunden und sie gesammelt. Alle mussten einen Keks essen, damit die Moltebeeren in der leeren Packung transportiert werden konnten. Auf dem Rueckweg haben wir noch einen grossen Fender gefunden. Niclas hat ihn mit lautem Scheppern und unter grossen Muehen die Kueste lang geschleppt. Kyara, Eshana und Niclas sind zurueck zur LUNA gerudert und haben Uli die Geschenke uebergeben. Uli hat sich riesig gefreut. Susanne und Niclas haben Mama noch abgeholt. Danach sind wir zur LUNA zurueckgefahren und der Fender hat eine neue Leine bekommen und ist jetzt am Heck festgebunden.

Danach haben wir eine lange Nachtfahrt gemacht. Wir sind um 16:00 Uhr losgefahren und am naechsten Tag um 19 Uhr angekommen. Zuerst mussten wir motoren, weil kein Wind war. Danach konnten wir mit dem Blister segeln. Der Blister sieht schoen aus. Niclas und Kyara wurde ein bisschen uebel, wegen dem Seegang. Mama hat Uli ueberredet den Kindern zuliebe naeher an die Kueste zu fahren. Widerwillig hat Uli den Kurs geaendert. Danach durften Kyara und Niclas in Schlafsaecken eingekuschelt im Cockpit schlafen. Susanne hat die Kinderpakete mit Leinen gesichert. Kyara hat die ganze Nacht tief und fest geschlafen, Niclas ist irgendwann in die Koje gegangen. Dort ist er ganz schnell eingeschlafen, weil es warm und gemuetlich war.

Nach dem Ausschlafen gab es Ruehreier und Speck. Wir sind bei Sonne ganz gemuetlich durch die Schaeren gesegelt. Uli war auch zufrieden, weil wir endlich mal wieder segeln konnten. Wir sind zu einem schoenen Dorf auf einer Insel (Svelvaer) gefahren. Wir mussten ganz dolle aufpassen weil ueberall Steine herumlagen. Manchmal sind wir extra langsamer gefahren, eine Stelle  zwischen zwei Inseln war ganz eng. Im Hafen haben wir an einem Schwimmsteg angelegt und wir haben gekeschert. Wir haben ganz viele Babyfische, einen Seeigel und einen Zeckenkrebs gefangen. Auf dem Steg lagen ganz viele Krebsbeine herum und am Ufer stand ein abgefackeltes Haus. Die Schafe durften ueber die ganze Insel laufen, auch ueber die Strassen. Alle gingen Gassi ausser Uli. Die war auf dem Schiff und hat den Sonntagsbraten gemacht. Es gab Rentierbraten mit Bohnen, Kartoffeln und Sosse. Zum Nachtisch gab es Yoghurt mit Moltebeeren. Das war alles ganz lecker. Niclas hat die Moltebeeren aber nicht probiert.

Kyara und Niclas durften ausnahmsweise noch kurz keschern. Dann mussten sie in die Koje. Heute Morgen hat Kyara noch eine riesige Feuerqualle gesehen, die sich mit den Nesseln in den Algen verfangen hat. Danach sind wir zum Dorfladen gegangen. Dort haben wir Milch, Batterien und Eis gekauft. Mama hat eine Schubladenspieluhr aufgemacht und dann kam Musik. Mama hat die Spieluhr nicht mehr zu bekommen. Eshana hat es dann mit Brutalitaet geschafft. Unterwegs waren wir noch bei der Schule und haben die Spielgeraete ausprobiert. Dann sind wir wieder zurueck zum Boot gegangen und haben abgelegt. Zwei/drei Stunden sind wir motort und haben einen Angelstopp gemacht. Da hat Niclas einen kleinen Koehler gefangen. Dann sind wir weiter gefahren und hoffen, dass Uli oder Niclas beim naechsten Stopp noch Fisch fangen.

von Kyara und Niclas

Lofoten

Ein Hafentag in Tromsö ist nicht viel. Crewwechsel mit Überlapp. Die Einen kommen, die Anderen gehen nach und nach. Die SY Orion ist so nett und kommt zum Abendessen vorbei. Es gibt wie immer viel zu erzählen. Die Weiterfahrt dann leider wieder bei Nebel. Den wolkenfreien Himmel kann man nur erahnen. Im Rystraumen haben wir zum Glück etwas Sicht. Der zweite Teil des Wetters ist auch wieder wie üblich: Flaute bzw. ein Hauch von Wind aus nördlichen Richtungen. Ab und zu reicht er für ein paar Segelmeilen.

Ankerbucht Klauva

Schön sind unsere Ankerbuchten bisher alle. In der ersten Bucht gibt es sogar eine Mooringboje für uns und einen Schwimmsteg zum Anlanden mit dem Dinghi. Grusselige verlassene und halb verfallene Häuser und ganz viele Muscheln und Schnecken am Strand. Für die Nacht geht noch eine kleine norwegegische Segelyacht mit vier gut Zwanzigjährigen längseits. Sie bestaunen unser Schiff und wir ihres: knapp 8 m, zwei Mountenbikes, Schlauchboot, Staufässer usw. an Bord. Ich bin in Gedanken gleich bei meiner ersten Tour als Skipper, 1989, mit der ähnlich grossen Moni 4. Wir waren 6 Personen bei fünf Kojen. Und ein Zelt sowie Surfbord mit mehreren Segeln musste ja auch dabei sein. Das war immer ein hin und her räumen. Viel Spass auf wenig Raum. Jetzt fühle ich mich alt auf unserer komfortablen und geräumigen LUNA. Und auch gleich wieder jung, als die Jungschen vom Nachbarschiff sich darüber wundern, dass bis auf Niclas nur Frauen an Bord sind.

Nach zwei Nebeltagen ist das Wetter wie erhofft auf der Südseite der Lofoten endlich besser. Gestern konnten wir alle Berge um uns herum sehen, die Sonne brennt, diverse Schichten an Klamotten werden abgelegt. Im Trollfjord geht die Crew sogar baden. Die Meisten freiwillig, teils im Salzwasser, teils am Wasserfall. Da es so schön ist bleiben wir die Nacht über im Trollfjord liegen. Niclas hat mehr als genug Fisch fürs Abendessen gefangen. Der einzige Nachteil des Liegeplatzes sind die Mücken. Seit Archangelsk hatten wir keine mehr an Bord. Jetzt geniessen wir gerade die Ruhe in einer meiner Lieblingsankerbuchten auf der Ostseite von Stora Molla.
Wieder etwas nebelig, es ist aber angenehm warm. Ich sehe die Sonne zwar nicht, sie wärmt aber trotzdem mein Gesicht. Die Kids sind mit Proviant auf Landgang und sammeln hoffentlich ein paar Blaubeeren. Und wie so häufig ist es hier so schön, dass man gerne ein paar Tage bleiben würde. Und das geht nicht nur mir so.

ULI

Norwegische Alpen – Tromsö

Montag der 13.8.

Nach einer tagelangem Schönwetterperiode zeigte sich der Himmel im freundlichen architektengrau. Wir ankern im Akkafjord vor einem Strand mit Düne und Blick auf die Berge der Außenküste von Soroya. Angeregt durch das starke Schwojen durch die Fallböen verließen wir morgens überraschend früh den Ankerplatz. Die Herren wurden aus ihrem tiefen Schlaf mit zarten Träumen gewerkt. Zu den zarten Grautönen gesellte sich ein erfrischender Nieselregen, der das Deck für kurze Zeit vom Salzwasser befreite.

Die Schmutzränder der Reling wurden an der Kreuz vom Seewasser gereinigt. Wir haben unseren sportlichen Tag. Nach 9 Stunden Kreuzen mit gefühlten 500 Wenden beendeten wir diesen schönen Segeltag mit einer weiteren Motorfahrt.

Helga möchte an dieser Stelle nicht erwähnt werden, da sie geschlackert hat. Die Mannschaft zeichnete sich durch leichte Unkonzentriertheiten aus. Die Männer zerbrachen eine Segellatte und Helga wies durch ihr unkonzentriertes Ruder gehen ausführlich darauf hin. Erstaunlicherweise lebt das Großsegel noch.

Die wunderschöne Ankerbucht mit  Wasserfall, Sandstrand, Insel und einsamen Gehöft wurde bei vier Leuten durch 80% der Mannschaft nur unzureichend gewürdigt. Der Sonntagsspaziergang fällt aus.

Wir motoren 66 Seemeilen weiter. FF (faule Fahrtensegler), die Entscheidung fällt bei spiegelglatter See ohne Windhauch leicht. So konnten wir uns auf die norwegische Alpenlandschaft konzentrieren. Abends dann endlich Landverbindung. Auf ausdrücklichen Wunsch einer gewissen Person, die hier nicht genannt werden möchte, wurde ein Hafen angelaufen. Die Suche nach einer Sauna und Dusche scheiterte um 23 Uhr dann schon an der fehlenden Landbevölkerung zur Kontaktaufnahme. Dafür konnte man im Cockpit sitzen und Rotwein trinken und am nächsten morgen  konnten wir erfolgreich die Steinvorräte auf der LUNA auffüllen. Satt imWasser liegend Motoren wir bei herrlichem Sonnenschein durch das norwegische Voralpenland Richtung Tromsö.

Jetzt sehen wir dichte Besiedlung und Autos.

Tromsö genießen wir bei Sonne und warmen Sommerwetter. Crewwechsel steht an.

LUNA-Crew

Nordkap

So ein Crewwechseltag ist schnell um. Die alte Crew ist früh abgereist, Fritz ist mit dem gleichen Flieger angekommen.

Wir besichtigen die vielfältigen kulturellen Errungenschaften von Vardoe (Festung, Pomorenmuseum, kunstvolle Andenken an die Hexen), sind begeistert von den zahlreichen Graffities.

Es gibt Diesel, Wasser, Waschmaschine und ganz wichtig: Duschen.

Nachdem wir für das Leben wieder fit waren, mussten wir leider feststellen, dass die Bürgersteige und Kneipen leider wieder zugeklappt waren. So blieb uns nichts anderes übrig als die Selbstkasteiung beim Segelnähen und Rotwein.

Nachdem das Segel so rot war wie der Wein und die Naht so gezackt wie die Küstenlinie der Fjorde, sind wir sanft durch das Schaukeln der LUNA entschlummert.

Um dann um 5:00 Uhr wieder aufzustehen und dann bei schönem Wind die Naht auf die Probe zu stellen. Gnadenlos rissen wir an Fall und Schoten, um die Streckgrenze der Naht zu testen. Zahlreiche grenzwertige Wenden nagten weiterhin am Flickwerk. Ohne Erfolg, die gestrige Arbeit hatte sich bewährt. Dermaßen erleichtert holten wir das Segel wieder ein und motorten den Rest der Strecke.

Nach einem Zwischenstopp in Gamvik erreichten wir Donnertag Abend pünktlich zum Sonnenuntergang das Nordkap. Fototermin für Touris bei totaler Flaute und gigantischer Abendsonne.

Nordkap

Leider konnte danach vom zahlreich stehenden Dorsch keine Flosse gesichtet werden. Dafür opferten wir diverse Köder und Bleigewichte. Entmutigt haben wir uns später über Auberginen und Reis hergemacht.

Unsere Ankerbucht direkt hinter dem echten Nordkap ist perfekt. Nach dem Abendessen ging die Sonne wieder auf. Helga konnte trotzdem überredet werden ins Bett zu gehen.

Ankerbucht

Der nächste Morgen: Statt warmer Dusche und Sauna traut sich der überwiegende Teil der Mannschaft im 7,8 Grad kaltem Wasser zu baden.

Eingeladen durch die weißen Sandstrände der Bucht mit türkisfarbigem Wasser und imposanter Bergwelt sind wir an Land angelandet. Völlig überrascht von der Sammelwut unserer Skipperin wurden wir zwangsverpflichtet, sämtliche Fischerkugeln (und das sind nicht wenige), Treibholz, Steine, Korallen und Rentiergeweihe zu zusammenzutragen. Angeregt durch die Polarexpeditionen von Amundsen und Scott mussten auch wir, aus logistischen Gründen, sogenannte Kugellager anlegen. Erst dann durften wir zur Bergbesteigung aufbrechen, auf der wir Rentiere und Seeadler sahen. Völlig durchgeschwitzt auf der 300 Meter hohen Klippe konnten wir den Blick über das Inselarchipel genießen.

Da die Bootslast des Schlauchbootes nicht ausreichte, transportierten wir die Kugellager in zwei Fuhren auf die LUNA. Noch ist Platz auf der LUNA und sie geht nicht unter.

Bei spiegelglatter See motoren wir jetzt schon seit Stunden durch die Insellandschaft. Ziel für heute Abend Soroya. Noch können wir uns nicht zwischen den verschiedenen Ankerplätzen entscheiden.

Tageswunsch Helga “Wanderung” erfüllt, Fritz “Wale sichten” hat nicht geklappt, Uli “Dorsch angeln” könnte noch klappen, Jürgen hat seinen vergessen.